Zur Person
Dreißig Jahre hat er Institutionen von innen gesehen. Jetzt erzählt er, was er dort gelernt hat.
Der Übergang
Joachim Strobel wurde 1966 geboren und studierte Betriebswirtschaftslehre an der Friedrich-Alexander-Universität in Nürnberg. Er lernte dort bei Horst Steinmann, der die Betriebswirtschaftslehre als normative Handlungswissenschaft verstand: Ein Unternehmen handelt nie im luftleeren Raum, und deshalb lässt sich Wirtschaften nicht auf eine Technik der Gewinnmaximierung verkürzen. Neben dem Fach las Strobel in jenen Jahren viel Philosophie, Soziologie und Psychologie — Fragen danach, wie Menschen in Ordnungen handeln, die sie sich nicht selbst gegeben haben.
Es folgten drei Jahrzehnte im Beruf: vom Controlling über die Geschäftsleitung bis in den Vorstand. Er arbeitete in einem internationalen Industriekonzern, in einer Schweizer Großbank und zuletzt als Vorstandsvorsitzender eines Softwareunternehmens, in Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein. Die Fragen aus dem Studium traten dabei zurück. Wer Ergebnisse verantwortet, optimiert Gewinne, verlagert Kosten und führt Menschen durch Umbauten — die Zeit für das Grundsätzliche wird knapp, und irgendwann stellt man es in den Schrank.
Mit dem Ausstieg aus dem aktiven Berufsleben kamen die alten Fragen zurück. Strobel schreibt heute über das, was er lange aus der Nähe gesehen hat: wie Institutionen Menschen formen und was von einem Menschen bleibt, wenn die Rolle ihn eingeholt hat. In seinen Romanen und Aufsätzen interessiert ihn, wie Gedanken aus Philosophie und Soziologie betriebswirtschaftliche Entscheidungen prägen — und wie sie es tun sollten. Die Jahre in diesen Häusern sind das Material, aus dem er erzählt.
Er urteilt nicht über seine Figuren. Er zeigt sie — in dem Moment, in dem das System und der Mensch aneinandergeraten.
Werk
„Der Banker" (Roman, 2026) erzählt vom Aufstieg eines Mannes in die Frankfurter Finanzwelt und vom Preis, den dieser Aufstieg fordert. Ein weiterer Roman wurde für einen Schweizer Literaturpreis eingereicht. Weitere Romane und Erzählungen sind in Arbeit.
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joachim@jstrobel.com